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Der Albtraum-Sommer

Veröffentlicht am 10.09.2014

Nachdem es Anfang August noch an den See ging, wurde ich zurück zum Bauern gebracht und dort nochmals abgestellt. Aber nicht lange. Ich wurde geholt für eine große Sommerreise. Alles einladen und auf nach Kroatien. Italien musste ausfallen, da es dort keine freien Hundeplätze gab.

Kurz vor dem Mittag ging es dann los in Richtung Tauerntunnel. Die erste Rast am Caravanparkplatz Lingau. Wow. Richtige Stellplätze mit Grünstreifen am Autobahnrastplatz. Strom und Wasser gibt es aber nicht. Man kann nicht alles haben. Leider ist es noch früher Nachmittag und legt sich nur Herrchen ein wenig auf das gemütliche Bett.

Dann ging es weiter zum Rastplatz Rosegg an der Karawankenautobahn. Fast alles leer. Wir parken direkt bei einem anderen Camper. Aber so wie der schaut sind wir ihm zu nahe. Und dieser Lärm. Ein Kühllaster macht mächtigen Druck auf meine Lauscher. Na gute Nacht. Alle machen es sich bequem und bekommen dann doch noch das eine oder andere Auge zu. Aber was ist das? Tut-tut-tut... Eine Autoalarmanlage. Gott-sei-dank nicht die von meinem Zugfahrzeug. Herrchen steigt mutig aus sucht nach der Ursache. In der Zwischenzeit ist Frauchen ganz besorgt. Aber Herrchen war nur schnell Pippi.

Weiter dann bei stockdunkler Nacht durch Slowenien und Kroatien bis zum Camp Kazela und Medulin, dem südlichen Zipfel von Istrien. Meine Familie sucht gleich einen Platz mit Meerblick und es wird aufgebaut. Die Tage waren meist heiß. Da kam ich ganz schön ins schwitzen. Abends war auch meist Sturm oder ein stärkeres Lüftchen. Nach ein paar Tagen bekam ich sogar noch eine Art Sonnensegel von Jörg. Dieses erweiterte unser Sonnendach enorm.

Meine Familie war meist baden oder saß vor dem Wagen. Abends waren sie mal da, mal nicht. Abwechselnd beim Bürstner von Hofmanns oder bei mir.

Doch an einem Abend kommt plötzlich ein Gewitter. Auch starke Sturmböen. Aber es geht noch. Gegen 2:30 Uhr aber gibt das Vorzelt nach und es fliegt durch die Luft. Ganz fest halte ich alle Fenster an mir, damit sie nicht weg fliegen. Es herrscht Panik und Aufregung. Das Vorzeltdach liegt auf meinem Dach und an der rechten Arschbacke habe ich eine tiefe Fleischwunde. Am nächsten Morgen hat sie Jörg mit Pflaster versorgt. Frauchen hat die ganze Nacht nicht mehr bei mir geschlafen und war lieber im Sanitärgebäude. Auch will sie mich verkaufen. Ein Neuburger hat sogar Interesse. Soll das der Dank sein? Nach so kurzer Zeit wieder ein Abschied? Außerdem tut mir der Arsch weh. Ein Tisch oder ähnliches hat mich getroffen. Aber kein Blut.

Am nächsten Morgen wird in aller Eile gepackt. Alle haben die Schnauze voll. Da wir auf der Rückfahrt so schnell sind, müssen wir noch eine Nacht in Österreich an den Mondsee fahren. Stimmungstief.

Nach einer Nacht waren wir dann endlich wieder Zuhause.

Aber nur kurz. Umpacken, Markise ran, ab nach Sand am Main.

Zwar stand ich unter eine Starkstromleitung, aber immerhin. Hier gibt es eigentlich nichts zu berichten und so fahren wir am Sonntag wieder nach Hause.

Am Montag war ich dann beim Caravan-Center Lederer um mir die Wunde am A versorgen zu lassen. Jetzt stehe ich wieder zufrieden beim Bauern und warte auf den nächsten Auftritt.